Noch ist nicht alles fertig in der neuen, rund 1.000 Quadratmeter großen Dauerausstellung „Ägypten“ im Roemer- und Pelizaeus-Museum (RPM) in Hildesheim. Noch können nicht alle Exponate gezeigt werden, denn parallel zur inhaltlichen Neuausrichtung laufen im RPM dringend notwendige Maßnahmen zur Sicherheits- und Brandschutzoptimierung. Aber das, was man zurzeit bereits sehen kann, faszinierte die Mitglieder und Gäste des Presse Club Hannover, die von der Direktorin des Museums, Dr. habil. Lara Weiss, persönlich durch die Ausstellung geführt wurden.
Innovativ, farbenfroh und überraschend verpackt, so präsentiert sich die Dauerausstellung in einem traditionsreichen Haus, dessen Anfänge in das Jahr 1844 zurückreichen. Geschicktes Storytelling weiß sowohl Erwachsene als auch Kinder für das alte Ägypten zu begeistern. Wer wirklich tief in die 5000 Jahre alte Kulturgeschichte der Zivilisation am Nil eintauchen will, ist hier an der richtigen Stelle. Was mich besonders fasziniert hat: Nahezu alle Objekte, die zu sehen sind, sind wirklich Originale und keine Repliken!
Vier Themenwelten werden in der Ausstellung gezeigt. In der „Welt aus Stein“ geht es um die großen Baumeister Ägyptens und ihre monumentalen Werke. Besonders beeindruckend die lebensgroße Skulptur von Hem-Iunu, dem Baumeister der größten Pyramide von Gizeh, aus der Zeit um 2.500 v. Chr. In den „Lebenswelten“ wird über Flora, Fauna und das Alltagsleben am Nil berichtet. In der „Welt aus Worten“ kann man Hieroglyphen entschlüsseln und die Wurzeln unserer Informationsgesellschaft entdecken. Hier wird der Bogen von den Hieroglyphenschrift bis zum iPhone gezogen. In der Themenwelt „Diesseits & Jenseits“ geht es um Mumien, Särge und Götterwelten und das von den Ägyptern entwickelte Konzept des ewigen Lebens.
Die ägyptische Sammlung des RPM geht zurück auf den Juristen, Senator, Geologen und Museumsgründer Hermann Roemer und den Kaufmann, Bankier und Konsul Wilhelm Pelizaeus. Rund 9.000 Objekte aus allen Epochen umfasst die Sammlung. Sie gehört damit zu den größten in Deutschland. Den wichtigsten Schwerpunkt bilden die Objekte des Alten Reiches, die fast ausnahmslos aus Grabungen in Gizeh stammen und die Sammlung zu etwas wirklich Einzigartigem machen.
Nach der rund 90-minütigen Führung klang der Abend mit einem kleinen Sommerempfang auf der Dachterrasse des Museums aus. Das Wetter spielte mit und wir konnten den Blick aufs doppelte Weltkulturerbe genießen.
Herzlichen Dank an Lara Weiss und ihr Team, dass wir diesen besonderen Abend im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim erleben durften. Allen, die nicht dabei sein konnten, lege ich einen Besuch in diesem wunderschönen Museum dringend ans Herz!
Text: Dr. Sabine Wilp
Fotos: Katrin Böger, Nicola Irmer, Dr. Sabine Wilp