Weltweit gibt derzeit schätzungsweise 2,5 Mio. Podcasts, Tendenz weiter steigend. Man hat fast den Eindruck, dass man von diesem Format überflutet wird. Jede halbwegs bedeutende Person des öffentlichen Lebens und jeder halbwegs interessante Themenbereich verfügt inzwischen über einen eigenen Podcast. In Deutschland sind es vor allem die Bereiche Unterhaltung, True Crime und Wissen, die eine treue Anhängerschaft finden. Jeder vierte Deutsche hört regelmäßig Podcasts. Mit rund 54 Prozent sind die Männer unter der Hörerschaft etwas stärker vertreten als Frauen.
Podcasts sind mittlerweile also fester Bestandteil der alltäglichen Mediennutzung. Es gibt sie zu allen erdenklichen Themen und auf allen gängigen Audiostreaming-Plattformen. Der Siegeszug der Podcasts begann Anfang bis Mitte der 2000er. Durch die Verbreitung von Smartphones gewann das Medium zunehmend an Bedeutung.
Wie man Podcasts als Teil der Unternehmenskommunikation strategisch einsetzen kann, machten Hannah Monderkamp und Isabel Grünewald beim Presseclub-Abend am 10. Februar 2026 deutlich.
Hannah Monderkamp studierte Medien- und Kulturwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Bei heise medien ist sie als CvD New Media in der Chefredaktion zuständig für Plattformen und Formate. Zuvor arbeitete sie nach verschiedenen Stationen im Journalismus bei der Rheinischen Post in Düsseldorf.
Isabel Grünewald ist Podcast-Redakteurin bei heise. Das Nachrichten-Handwerk hat sie beim Radio gelernt, wo sie sich als Reporterin und Nachrichten-Moderatorin jeden Tag in neue, spannende Themen einarbeiten durfte. 2017 startete sie bei heise online mit dem Nachrichten-Podcast "kurz informiert". Inzwischen produziert sie das "KI-Update" und moderiert die deutsche Version des Erfolgsformats „Darknet Diaries“. 2025 wurde sie in der Kategorie Internet Online für den Beitrag „Bits & Böses: Wenn aus Worten Waffen werden“ mit dem Niedersächsischen Medienpreis ausgezeichnet.
Die beiden Vertreterinnen des Teams New Media von heise berichteten, dass das Unternehmen 2014 seinen ersten Podcast startete: c’t uplink. Inzwischen sind 14 weitere dazu gekommen. Vom werktäglichen News-Podcast, über Tech-Crime bis hin zu Datenschutz-Themen: Mittlerweile ist Audio eines der am schnellsten wachsenden Erlösmodelle des Verlags. Mehr als drei Millionen Downloads verzeichnen die heise Podcasts pro Monat.
Besonders erfolgreich ist der Podcast „kurz informiert“, der zweimal pro Woche ausgestrahlt wird und rund zwei Millionen Downloads im Monat erreicht. Der 3-minütige Podcast mit IT-News wurde ursprünglich von Isabel Grünewald gehostet. Jetzt arbeitet man in diesem Bereich sehr erfolgreich mit ihrer geklonten KI-Stimme. Auch die Skripts für diesen Podcast werden mithilfe von KI erstellt, aber immer von einem menschlichen Redakteur kontrolliert. Durch dieses Verfahren hat Isabel Grünewald Zeit für aufwendigere Projekte gefunden.
Die häufigste Aufnahmesituation der heise-Podcasts besteht aus einem Gespräch von zwei oder mehr Redakteur:innen aus dem Homeoffice oder Studio. Schnitt oder KI-Optimierung werden nur in ganz geringem Umfang vorgenommen. Es ist nicht zuletzt die so erreichte Authentizität, die zur großen Hörerbindung beiträgt. Dass heise seine Podcasts auch dazu nutzt, Werbemöglichkeiten für Kunden anzubieten sowie Werbung für eigene Verlagsprodukte zu machen, versteht sich fast von selbst. Das Konzept geht auf: Die Vermarktung über diesen Weg ist einer größten Wachstumsbereiche des Unternehmens.
Text: Dr. Sabine Wilp
Fotos: Karin Lahmann, Thorsten Luhm, Dr. Sabine Wilp